insideDaily 21/18
Pitstop - Sim Gear - Kapitel 1: Lenkräder
Der größte Nachteil den Simracer gegenüber echten Rennfahrern haben ist das Fehlen der sensorischen Eindrücke, gemeinhin gerne „Popometer“ genannt. Wir können weder die Fliehkräfte spüren, noch die direkten Auswirkungen der Strecke auf die Fahrzeugbewegungen.
In der Regel ist unsere einzige Kontaktfläche zu den physischen Kräften die in unserer virtuellen Welt vor sich gehen das Lenkrad und die Pedale. (Die Lautsprecher ignorieren wir mal gekonnt)
Computerlenkräder sind heutzutage relativ komplexe Systeme die uns einerseits versuchen so viele physische Informationen wie möglich aus der Spielewelt zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig unsere Inputs so genau wie möglich wieder in das Spiel hinein zu geben. Wir werden daher innerhalb von 'Pit Stop' eine kleine Reihe (mit Gastschreiber Alexander Becker) starten, in der wir euch einen groben Überblick über die derzeit vorhandenen Systeme am Markt bieten.
Kapitel 1 – Lenkräder
Das Lenkrad ist, mal abgesehen von einzelnen Modellen mit Vibrationsmotoren, das einzige Bidirektionale Eingabeelement an unserem Renncockpit. D.h. durch Force-Feeback wird einerseits versucht Informationen aus der Spielwelt an den Fahrer zurückzugeben, als auch seine Lenkeingaben so genau wie möglich an das Spiel zu übermitteln.
Zum Input lässt sich nicht viel sagen. Selbst ein betagtes G25 verfügt über eine ausreichend hohe Auflösung, als auch einen 900° Lenkeinschlag. Genug um die Eingaben des Fahrers exakt weiter zu geben. Interessant wird es bei dem Thema Kraftübertragung. In der Regel hängen hierfür Servomotoren unterschiedlicher Stärke an der Lenkachse und werden je nach Bedarf angesprochen, um die Kraft, die es zu übermitteln gilt, weiter zu geben. Der große Unterschied liegt aber darin, wie der Servomotor mit der Lenkstange verbunden ist. Hier gibt es derzeit drei gängige Lösungen auf den Markt: Zahnräder (Gears), Zahnriemen (Belt-Driven) oder das Lenkgestänge wird einfach direkt an den Motor angesteckt (Direct-Drive).
1.1. Gear-Driven
Eine Verbindung der Servomotoren über Zahnräder findet sich in vielen Einsteiger Lenkrädern bis hoch zum G29. Der Aufbau ist vergleichbar mit einem Getriebe und sorgt für einen geringen Lehrlaufwiderstand.
Dafür fühlen sich diese Lenkräder meist “rau” an, man spürt die und sie sind oft nicht gerade Leise (Das Laute “rrrrrrrrrrrr klack, rrrrrrrr klack” meines alten G25 werde ich wohl nie vergessen). Außerdem kann es im Laufe der Jahre passieren, dass das Lenkrad durch Verschleiß ein leichtes Spiel entwickelt.
1.2. Belt-Driven
Um die Nachteile der direkten Zahnradverbindung abzumildern haben sich die findigen Entwickler an einem weiteren Element der Fahrzeugindustrie bedient: Dem Zahnriemen.
Bei Belt-Driven-Wheels sind die Servomotoren über einen oder mehrere Zahnriemen mit der Lenkstange verbunden. Dies sorgt für ein deutlich gleichmäßigeres Lenkgefühl. Da die Kraft der Motoren nicht direkt auf eine kleine Kunststofffläche wirkt, kann die Stärke der Motoren erhöht werden. Der Zahnriemen verteilt den Druck gleichmäßiger und dämpfen die Spitzen leicht, auch wenn hierdurch etwas die Details verloren gehen.
Aufgrund des besseren Lenkgefühls und der stärkeren Motoren sind die Belt-Driven Wheels im mittleren bis hohen Preissegment zu finden und derzeit die gängigste Bauart.
Was es mit den Direct-Drive Wheels auf sich hat, erfahrt ihr direkt morgen in der Fortsetzung.